Forschungsprojekte



Der ›Soziale Ort‹ und die ›pädagogische Atmosphäre‹:
Eine Rekonstruktion zentraler Bestimmungsmomente für die Konstruktion einer ›gelingenden‹ professionellen Praxis


Projektleitung:

Prof. Dr. Klaus Kraimer

Mitarbeiterinen:

Jennifer Schmeer, stud.soz.arb./soz.päd. (FH)
Julia Schwarz, stud.soz.arb./soz.päd. (FH)

Zusammenfassung:

In diesem Forschungsprojekt sollen in einem ersten Schritt die zentralen Bestimmungsmomente herausgearbeitet werden, die eine pädagogisch-moralische Atmosphäre ausmachen. Diese werden empirisch rekonstruiert und mit vorliegenden Konzepten abgeglichen. Der zweite Schritt besteht darin, eine Anleitung zu entwickeln, die in der professionellen Praxis operieren kann.

Vorgehensweise:

Zur Vorbereitung und Operationalisierung des Forschungsvorhabens, in dem die Rekonstruktion der pädagogisch-moralischen Atmosphäre im Zentrum steht, soll zunächst das Phänomen des offenen Anfangs in der Erziehung untersucht und in seiner Verbindung zur Atmosphäre bestimmt werden. Dazu ist eine Metaanalyse der folgenden Literatur zunächst projektiert:

Hörster, R.: Das Problem des Anfangs in der Sozialerziehung. In: neue Praxis 25, Heft 1, 1995, S. 2 -12.

Hörster, R./Müller, B.: Zur Struktur sozialpädagogischer Kompetenz. Oder: Wo bleibt das Pädagogische der Sozialpädagogik. (insbes. Kap. 2. Die Kompetenz zur Herstellung von Anfängen in der sozialen Bildung, S. 620 ff.). In: Combe, A./Helsper, W.: Pädagogische Professionalität. Frankfurt/Main 1996, S. 614-648.

Lüpke, F.: Pädagogische Provinzen für verwahrloste Kinder und Jugendliche. Eine systematisch vergleichende Studie zu Problemstrukturen des offenen Anfangs in der Erziehung. Die Beispiele Stans, Junior Republic und Gorki-Kolonie. (Erziehung - Schule - Gesellschaft, Bd. 30.) Würzburg 2004.

Sünkel, W.: Die Situation des offenen Anfangs der Erziehung, mit Seitenblicken auf Pestalozzi und Makarenko. In: Sünkel, W.: Im Blick auf Erziehung. Reden und Aufsätze. Bad Heilbrunn 1994, S. 97 ff.

Im Anschluß daran ist die Verknüpfung mit der Grundlagenliteratur des Projektes vorgesehen:

Aufenanger, S./Garz, D./Kraimer, K.: Pädagogisches Handeln und moralische Atmosphäre. Eine objektiv-hermeneutische Dokumentenanalyse im Kontext schulischer Interaktion. In: Garz, D./Kraimer, K. (Hg.): Die Welt als Text, Frankfurt/Main,1994, S. 226-246.

Bollnow, O. F.: Die pädagogische Atmosphäre. Heidelberg 1970.

Bollnow, O. F.: Mensch und Raum. Stuttgart 2000.

Schaller, K.: Die pädagogische Atmosphäre in einer Pädagogik der Kommunikation. In: Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik 61, S. 227-241.

Müller, B.: Die Bedeutung des ›sozialen Ortes‹ für die Psychoanalytische Pädagogik und die Sozialpädagogik. In: (Ders.): Außensicht - Innensicht. Beiträge zu einer analytisch orientierten Sozialpädagogik. Freiburg/Br. 1995, S. 69-86.

In der darauf folgenden Projektphase - die mit einer systematischen Verknüpfung mit Praxis- und Diplomarbeitsprojekten verbunden werden soll - ist die empirische Erhebung von Daten geplant, die darauf zielt, die Infrastruktur und die konzeptionelle Präsenz von Strukturmomenten der pädagogisch-moralischen Atmosphäre in der Praxis der Sozialen Arbeit zu erheben. Diese Erhebungsphase wird exemplarisch auf Felder der Kinder- und Jugendhilfe konzentriert sowie insbesondere an dem Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit expliziert. Dabei nehme ich Bezug auf meine vorangegangenen Arbeiten, die zum Teil ebenfalls von der Hochschule unterstützt wurden und mittlerweile in folgender Weise veröffentlicht sind:

Zwischen Disziplin und Profession - Ein Beitrag zur fallrekonstruktiven Erforschung der professionalisierten Praxis am Beispiel der "Hilfen zur Erziehung". In: SCHWEPPE, C. (Hg.): Qualitative Forschung in der Sozialpädagogik. Opladen 2003, S. 167-183.

Schulsozialarbeit auf dem Weg zum Regelangebot. In: Blätter der Wohlfahrtspflege. Deutsche Zeitschrift für Sozialarbeit,Themenheft "Bildung und Soziale Arbeit", Jahrgang 150, 2003, S. 17-23.

Von Fall zu Fall - die Methode der Fallrekonstruktion in der Sozialpädagogik. In: Blätter der Wohlfahrtspflege. Deutsche Zeitschrift für Sozialarbeit, Jahrgang 151 Themenheft "Case-Management", 2004, S. 50-52.

Mündigkeit im Fadenkreuz einer fallrekonstruktiven sozialpädagogischen Diagnostik oder: Das "Einleben" des hermeneutischen Fallverstehens in die Praxis der Jugendhilfe. In: Schrapper, Ch. (Hg.): Sozialpädagogische Diagnostik und Fallverstehen in der Jugendhilfe. Anforderungen, Konzepte, Perspektiven" (Ergebnisse des dritten ExpertInnengespräches in der Jugendhilfe, Koblenz). Weinheim und München 2004. Den Fall verstehen, die Struktur erkennen. (in Vorbereitung für FRIEBERTSHÄUSER, B. /PRENGEL, A. (Hg.): Handbuch qualitative Methoden in der Erziehungswissenschaft. Weinheim und München (2005).

Schule und Jugendhilfe. Zwei Sozialisationsagenturen müssen zueinander finden. In: Blätter der Wohlfahrtspflege, 2005, S. 51-53.

Abschließend soll die Konstruktion eines Leitfadens erfolgen, der diejenigen Strukturmomente enthält, die sich als unabdingbar für die Gestaltung eines offenen Anfangs in der Erziehung/in der Sozialen Arbeit im Kontext einer Milieugestaltung erweisen, die eine vorbereitende Umgebung für gelingendes professionelles Arbeit schafft.



Neue Lernkulturen gestalten - (Re-)Konstruktion bildender Erfahrungen in sozialen Orten öffentlicher Bildung und Erziehung


Projektleitung:

Prof. Dr. Klaus Kraimer

Mitarbeiterinen:

Jennifer Schmeer, stud.soz.arb./soz.päd. (FH)
Julia Schwarz, stud.soz.arb./soz.päd. (FH)

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