PRESSEMITTEILUNG

Herausgeber und verantwortlich:
Rektor der Katholischen Hochschule
für Soziale Arbeit Saarbrücken
Erscheinungsdatum: 29.07.2004




Erklärung des Rektors, Professor Dr. Dieter Filsinger zu den Kürzungsbeschlüssen des Bistums Trier vom 28.07.04

Ich bin fassungslos über die Entscheidung des Bischofs, die kirchliche Präsenz in der hochschulischen Bildung des Saarlandes - mit Ausnahme der Theologie - aufgeben zu wollen. Fassungslos vor allem deshalb, weil der Bistumsleitung ein differenziertes, zukunftsweisendes und realistisches Entwicklungskonzept von Seiten der Hochschule vorliegt. Dieses verspricht durch neue Kooperationspartner und einen neuen Finanzierungsmix erhebliche Einsparungen für das Bistum. Dieses Konzept hätte zumindest ein Moratorium gerechtfertigt, um das ich den Bischof eindringlich gebeten habe. So hat es noch nicht einmal ernsthafte Gespräche über dieses Konzept gegeben.

Das Entwicklungskonzept sieht neue Studienangebote, eine stärkere Schwerpunktbildung, eine Ausweitung des Weiterbildungsangebots und der Forschungsaktivitäten sowie eine noch stärkere Kooperation und Vernetzung mit den saarländischen Hochschulen und den Katholischen Fachhochschulen in Freiburg und Mainz ("Süd-West-Verbund") vor.

Die Hochschule hat eine hohe Bedeutung für die bildungspolitische und soziale Infrastruktur des Saarlandes. Sie ist ein auch überregional anerkanntes sozialpädagogisches und sozialwissenschaftliches Kompetenzzentrum, das vor dem Hintergrund der ernormen bildungs- sozial- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen und dem unübersehbaren Bedarf an Sinngebung, Orientierung und sozialer Kompetenz unverzichtbar ist. In diesem Jahr ist ein Bewerberrekord zu verzeichnen. Die Nachfrage nach wissenschaftlicher Begleitung und Evaluation, nach Beratung, Weiterbildung und sozialwissenschaftlicher Expertise steigt kontinuierlich. Die Hochschule kann die beste Drittmittelbilanz seit Jahren vorweisen und ist im Hochschulranking bestens platziert.

Im Interesse junger Menschen, im Interesse der sozialen Entwicklung des Saarlandes und einer guten Zukunft der Kirche im Saarland bitte ich den Bischof nachdrücklich um ein nochmaliges Nachdenken. In einer schwierigen Zeit muss sich die gemeinsame Verantwortung von Staat und Kirche für das Soziale bewähren.

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