Rektor der Katholischen Hochschule
für Soziale Arbeit Saarbrücken
Erscheinungsdatum: 12.07.2004
"Die Katholische Hochschule für Soziale Arbeit Saarbrücken hat nicht zuletzt vor dem Hintergrund der vom Bistum Trier in Aussicht genommenen Einsparungen ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das Perspektiven für eine Weiterführung und Weiterentwicklung der Hochschule eröffnet." Dies erklärte Hochschulrektor Professor Dieter Filsinger im Rahmen seiner Bilanz der Bemühungen die Zukunft der einzigen Hochschule diesen Typs im Umkreis von 200km zu sichern, die vor allem für Studierenden mit Kindern, vor allem jungen Frauen, entgegenkommt.
Das Entwicklungskonzept sieht neue Studienangebote, eine stärkere Schwerpunktbildung, eine Ausweitung des Weiterbildungsangebots und der Forschungsaktivitäten sowie eine noch stärkere Kooperation und Vernetzung mit den saarländischen Hochschulen, insbesondere mit der Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) und mit der Universität des Saarlandes (UdS), aber auch mit den Katholischen Fachhochschulen in Freiburg und Mainz ("Süd-West-Verbund") sowie mit ausländischen Hochschulen vor. Mit der UdS und der HTW wird bereits ein gemeinsamer Aufbaustudiengang "Master of Evaluation" angeboten. Bei der Einrichtung von Studiengängen im Bereich "Pflege und Gesundheit" arbeiten Katholische Hochschule und HTW eng zusammen.
Möglichst rasch soll ein Bachelor-Studiengang für berufserfahrene Erzieher/innen in Leitungsfunktionen eingerichtet werden. Damit werde das K3-Bildungsprogramm für saarländische Kindergärten komplementiert, so Filsinger. Erziehung und Bildung in der Kindheit, der Übergang von der Schule in den Beruf und die Zusammenarbeit zwischen Schule und Soziale Arbeit bilden künftig einen herausragenden Schwerpunkt der Hochschule. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, die sozialräumlichen Folgen des demographischen Wandels und Gesundheitsförderung sind weitere Schwerpunkte, die in Lehre, Forschung und Weiterbildung ausgebaut werden sollen. Überdies werde man sich noch stärker als bisher mit ethischen Fragen befassen, und Studienangebote für Mitarbeiter/innen in (schul-)pastoralen Diensten entwickeln.
Die Hochschule hat aber nicht nur inhaltlich gearbeitet. "Es liegt ein ausgesprochen innovatives und realisierbares Struktur- und Finanzierungskonzept vor, das die Hochschule auf eine breitere Grundlage stellt und überdies dem Bistum Trier spürbare Einsparungen ermöglicht. Für die Konkretisierung braucht es aber noch etwas Zeit. Deshalb habe ich den Trierer Bischof um ein Moratorium gebeten", erklärte Dieter Filsinger. Er ist fest davon überzeugt, dass das Konzept auch die Unterstützung der saarländischen Landesregierung erhält. Der Finanzierungsmix sieht eine Vielzahl von Beiträgen vor, die niemanden überfordern.
Die Hochschule sei ein auch überregional anerkanntes sozialpädagogisches und sozialwissenschaftliches Kompetenzzentrum, das vor dem Hintergrund der ernormen bildungs- sozial- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen und dem Bedarf an Orientierung und sozialer Kompetenz unverzichtbar ist. Der Rektor erinnerte an den Bewerberrekord in diesem Jahr, an die hohe Nachfrage nach wissenschaftlicher Begleitung und Evaluation und die beste Drittmittelbilanz seit Jahren. Im Interesse junger Menschen, im Interesse der sozialen Entwicklung und Innovation des Saarlandes müsse jetzt eine kooperative Lösung gefunden werden, um das Entwicklungspotential der Hochschule und den Standort Saarbrücken nicht zu verspielen. "Ein tragfähiges Konzept liegt vor. Es muss nur aufgegriffen und umgesetzt werden." In einer schwierigen Zeit müsse sich die gemeinsame Verantwortung von Staat und Kirche für das Soziale bewähren, sagte der Rektor Filsinger abschließend.
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