PRESSEMITTEILUNG

Herausgeber und verantwortlich:
Deutscher Berufsverband für Soziale Arbeit
Landesverband Saar
Erscheinungsdatum: 29.07.2004




Stellungnahme des DBSH (Berufsverband für Soziale Arbeit) e.V. - Landesverband Saar - zu den Kürzungsbeschlüssen des Bistums Trier vom 28.07.04

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung haben wir die Pläne des Bistums Trier im Bereich der Jugend- und Sozialarbeit zur Kenntnis genommen, die am 28.07.04 von Herrn Bischof Dr. Reinhard Marx und Generalvikar Werner Rössel in Trier verkündet wurden. Trotz alles Proteste und Mahnungen von verschiedenen Gruppen und Initiativen aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens im Vorfeld, hat das Bistum nun einen nach der Meinung des Berufsverbandes für Soziale Arbeit, Landesverband Saar, einen nie da gewesenen Abbau von Sozialleistungen beschlossen, der von uns nicht tragbar, geschweige denn hinnehmbar ist.

Der DBSH Landesverband Saar weist nochmals darauf hin, dass gerade in einer Zeit der „Sozialen Kälte“ und des Sozialabbaus die Kirchen Ihren Auftrag im Rahmen Ihrer „Diakonie“ eher aus- als abbauen sollten.

Als eine besondere Härte empfindet der DBSH LV Saar den Beschluss des Bistums Trier, die Hochschule für Soziale Arbeit in Saarbrücken zu schließen. Diese Entscheidung hat zur Folge, dass für die Praktiker/innen die Infrastruktur für Sozialarbeit verloren gehen wird, was u. a. auch Fachtagungen, das Kontaktstudium, Fallbesprechungen, Fortbildungen usw. betreffen wird.

Für uns als Berufsverband der Sozialen Arbeit, in dem die Praxis zusammengeschlossen ist, ist ein solcher Verlust nicht hinnehmbar.

Darüber hinaus gibt der Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) Landesverband Saar auch nochmals und innigst folgende Punkte zu bedenken:
  • das Saarland verliert an Reputation (Thema Wissenschaftsstandort Saarland) im Sinne eines Dominoeffekts bzw. macht dies Beispiel Schule- Frage: Was wird als nächstes geschlossen?


  • die Hochschule für Soziale Arbeit stiftet Zusammenhänge zwischen Institutionen, zwischen Theorie und Praxis


  • für die Profession der Sozialen Arbeit würde im Saarland eine Denktradition beendet, die seit den 70er Jahren besteht


  • Praxisforschungsprojekte würden verloren gehen, abgebrochen werden und zukünftige nicht möglich sein


  • der Wissenstransfer reißt ab


  • wenn angehende Sozialarbeiter/innen in anderen Bundesländern studieren, werden sie höchstwahrscheinlich auch dort eine Arbeit aufnehmen


  • abgesehen von dem ökonomischen Argument, dass ca. 60 Praxisstellen pro Semester ohne Praktikant/innen seitens der Hochschule künftig auskommen müssen, haben andererseits die Studierenden der Sozialen Arbeit kaum die Möglichkeit, ihre Praktika im Saarland abzuleisten, um sich so schon für mögliche künftige Stellen im Saarland zu „bewerben“.
Aus Sicht des Berufsverbandes für Soziale Arbeit muss die Hochschule für Soziale Arbeit als Vertretung der formalen Bildung im Saarland auch wegen ihrer überregionalen Bedeutung erhalten bleiben.

Der DBSH Landesverband Saar erhofft sich nun, dass die von den Vertreter/innen, der im Landtag vertretenen Parteien, an der Podiumsdiskussion "Die Zukunft des Sozialen - Die Bedeutung der Katholischen Hochschule für Soziale Arbeit für die Region" am 08.06.04 in der Kath. Hochschule für Soziale Arbeit gemachte Zusage, dass auch zukünftig Sozialarbeiter/innen im Saarland studieren können, nun auch eingehalten wird.

"Für uns war und ist es von größter Bedeutung, dass ein Schulterschluss zwischen Politik, Wohlfahrtsverbänden und Berufsverband dahin gehend vorliegt, dass der Bildungsstandort Saarland für Sozialarbeiter/innen als zwingend notwendig und erhaltenswert angesehen wird", so Michael Leinenbach, Landesvorsitzender des DBSH Landesverband Saar.

"Wir hoffen nun, dass in weiteren Diskussionen und Verhandlungen zwischen den Partnern der "Bildungsstandort Saarland für die Soziale Arbeit" abgesichert und weiter als Kompetenzzentrum ausgebaut wird" so Michael Leinenbach, Landesvorsitzender des DBSH Landesverband Saar.

Der DBSH Landesverband Saar hält weiterhin den Ausbau eines "Bildungs- und Kompetenzzentrum" der Sozialen Arbeit im Saarland für unumgänglich und hofft nun, dass das Saarland einem solchen Zentrum einen entsprechenden Stellenwert in der Saarländischen Hochschullandschaft gewähren wird.

Enttäuscht zeigt sich der DBSH Landesverband Saar vom Bistum Trier. „Es ist mir unverständlich, dass vorgelegte Sanierungskonzepte, wie sie die Hochschule für Soziale Arbeit dem Bistum Trier vorstellte einfach nicht in die weitere Diskussionen aufgenommen wurden“ so der Landesvorsitzende Michael Leinenbach.

Aus Sicht des Berufsverbandes für Soziale Arbeit (DBSH) e.V. haben Staat und Kirchen für das Gemeinwohl eine gemeinsame Verantwortung. Keiner von beiden darf sich dieser Verantwortung entziehen.

Gez.:

Michael Leinenbach
Landesvorsitzender DBSH LV Saar

www.dbsh-saar.de


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