Pressestelle des Bistums Trier
Erscheinungsdatum: 28.07.2004
„Wir brauchen Realismus und Zuversicht“
Bistum Trier stellt Sparkonzept vor – 30 Millionen Euro Einsparungen im Jahr
Trier – Das Bistum Trier wird seine Ausgaben dauerhaft um 30 Millionen Euro im Jahr senken. Am 28. Juli gaben Bischof Dr. Reinhard Marx und Generalvikar Werner Rössel die Sparbeschlüsse des Bistums in Trier bekannt. Nach Aussage des Bischofs gibt es zu der Ausgabenreduzierung des Bistumshaushalts um rund zehn Prozent keine Alternative, wenn man nicht in eine Situation zunehmender Handlungsunfähigkeit geraten will. Die Beschlüsse sollen in einem Zeitrahmen von drei bis fünf Jahren „möglichst sozialverträglich“ umgesetzt werden. Ziel sei es, Entlassungen möglichst zu vermeiden, Kündigungen seien jedoch nicht ausgeschlossen.
Generalvikar Rössel ging bei der Pressekonferenz auf die einzelnen Maßnahmen ein und erläuterte die Änderungen im Vergleich zu den vor drei Monaten vorgestellten Spar-Vorschlägen der Bistumsleitung. Seit Ende April hatte es im Bistum einen Beratungs- und Anhörungsprozess mit Räten, betroffenen Einrichtungen, den Fachabteilungen der Bistumsverwaltung und der Mitarbeitervertretung gegeben.
Die jetzt von Bischof Marx in Kraft gesetzten Beschlüsse sehen die Schließung der Katholischen Fachhochschule Saarbrücken vor. Alle Studierenden, die sich bis zum kommenden Wintersemester eingeschrieben haben, sollen ihr Studium beenden können. Auch zieht das Bistum sich aus der Finanzierung der Katholischen Landvolkhochschule in Kyllburg zurück. Über eine Neukonzeption für dieses Haus sollen Gespräche stattfinden. Zur ursprünglich vorgesehenen Schließung von sieben Lebensberatungsstellen soll es nach Aussage von Generalvikar Rössel nicht kommen. Stattdessen soll ein neues Finanzierungskonzept erprobt werden. Mit Blick auf die 560 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum erläuterte der Generalvikar: „Das Einsparvolumen von 5,2 Millionen Euro soll bei den Kindertageseinrichtungen primär durch eine Anpassung an den absehbaren Rückgang der Kinderzahlen erreicht werden.“ Er könne aber auch nicht ausschließen, dass Einrichtungen geschlossen werden.
Rössel wies weiter darauf hin, dass das „Grüne Haus“ in Völklingen, eine Einrichtung der Schülerseelsorge, erhalten bleibe, wenn durch ein neues, schon teilweise ausgearbeitetes Finanzierungsmodell der Bistumszuschuss von rund 76.000 auf 15.000 Euro reduziert werden könne. „Das ’Cafe Sokrates’ in Lebach wird geschlossen, es sei denn, auch hier kann das Weiterbestehen mit einem Bistumszuschuss von 15.000 Euro gesichert werden“, sagte Rössel. Er wies zudem darauf hin, dass anderes als ursprünglich vorgesehen, beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) weiter ein – bisher waren es zwei – hauptamtlicher Vorsitzender vom Bistum finanziert wird. Weitere Hauptsparpunkte, die der Generalvikar nannte sind: 1,9 Millionen Euro im Rahmen eines Organisations-Entwicklungs-Prozesses im Generalvikariat sowie 2,1 Millionen Euro beim Diözesan-Caritasverband.
Bischof Marx unterstrich, dass die Sparbeschlüsse ihm nicht leicht gefallen seien. Er sprach von „einem teilweise sehr schmerzhaften Einschnitt in Vertrautes und Bewährtes“, zu dem es angesichts der Finanzsituation des Bistums aber keine Alternative gebe. Nun gelte es, den eingeschlagenen Weg mit „Realismus und Zuversicht“ zu gehen. Er wies darauf hin, dass die aktuellen Sparmaßnahmen keinen Sparbetrag für die Kirchengemeinden vorsähen. Gleichwohl müssten sich auch die Pfarreien den Realitäten stellen. Einsparpotenziale könnten hier vor allem auch durch die anstehende Strukturreform auf Ebene der Pfarreien sowie durch eine Verringerung des Immobilienbestands erzielt werden. „Das heißt in der Praxis, dass wir uns auch von Kirchengebäuden trennen müssen“, kündigte der Bischof an.
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